Daniel Herbers ist der neue Ehrensenator

NRZ und Rheinische Post (RP) / 05.11.2017 / Andreas Rentel

Gestatten: Daniel Herbers, neuer Ehrensenator des VKV. (Foto: Rolf Nißen)
Voerde. Daniel Herbers ist neuer Ehrensenator des Voerder Karnevalsvereins (VKV). Die Jecken haben den 38-Jährigen am Samstagabend beim Benefizkonzert im Rathaussaal offiziell vorgestellt. Mit der Entscheidung für Herbers hat der Verein Neuland betreten, denn erstmals kommt der Ehrensenator aus den eigenen Reihen.

 

Herbers ist Wagenbauer und Vollblutkarnevalist

 

Man müsse Traditionen auch mal anders handhaben, begründete VKV-Pressewart Kai Kolodziej die Entscheidung. Bislang hat der Verein externe Personen oder Gruppen ausgewählt, die eine besondere Verbindung zum Karneval haben, so zum Beispiel jüngst das Rote Kreuz. Die Liebe zum Karneval dürfte bei Herbers, der als Radiologie-Assistent in einem Essener Krankenhaus arbeitet, ohne Zweifel vorliegen.

Der Wagenbauer und Vollblutkarnevalist hat sich nämlich bei seinem Verein um die Ehrensenator-Würde beworben. Elf Seiten, Kinderfoto und Lebenslauf inklusive, hat der verheiratete Vater einer Tochter dafür verfasst. „Für mich würde ein Herzenswunsch in Erfüllung gehen“, brachte er es auf den Punkt. Vor dem Konzert hatte es die Vorstellung in „lockerem Rahmen“ bei einem Pressetermin gegeben.

 

„Ich kenne keine coolere Socke als Daniel“

 

VKV-Präsident Mark Sarres, der das Publikum im Saal begrüßte, erklärte, der Vorstand habe bei anderen Vereinen recherchiert und „allerbeste Referenzen bekommen“. Der neue Ehrensenator engagiert sich sehr viel im Ehrenamt. Seinen Einsatz bei den Narren lobte Sarres: „Seine Mitgliedschaft hat sich positiv auf den Verein ausgewirkt.“ Dunja Weßels-Croonen, ebenfalls im VKV und beim Konzert als Sängerin zu erleben, drückte es weniger förmlich aus: „Ich kenne keine coolere Socke als Daniel. Du hast es verdient.“

 

Frau und Tochter verordnete Herbers eine VKV-Mitgliedschaft

 

Unter dem Beifall des Publikums überreichte der Präsident dem so Gelobten die Ernennungsurkunde. Seiner Frau und der Tochter hat Herbers bereits eine Mitgliedschaft bei den Karnevalisten verordnet, damit sie auch am jecken Leben teilhaben können. Er selbst machte es nach seiner Vorstellung kurz: Er dankte seinem Vorsitzenden für die Laudatio und wünschte allen eine schöne Session. Nur alle zwei Jahre wird die Ehrensenatorwürde verliehen.

 

„Wir müssen die Lücke füllen“

 

Damit die Voerder in diesem Jahr wieder einen Tulpensonntags bekommen, hatten die Jecken zum recht gut besuchten Benefizkonzert eingeladen. Seit fünf Jahren organisiert Weßels-Croonen alias D. Sunshine diese Musikabende. „Wir müssen die Lücke füllen“, sagte Kolodziej zur Notwendigkeit, fehlendes Geld mit dem Konzerterlös zu sammeln und damit den Erhalt des Voerder Karnevals zu sichern.

 

Zum Gelingen des rund zweistündigen Konzerts unter dem Motto „Golden Sixties treffen auf Film, Musical und mehr“ haben auch Bariton Reiner Dubiel, Manni Schmidt („die schwarze Stimme vom Niederrhein“) und der Chor GVocals des Voerder Gymnasiums unter Leitung von Robert Kamlage beigetragen. Als „ganz großartig“ lobte Weßels-Croonen, passend und zeitgenössisch mit einer beeindruckenden Hochsteckfrisur zu sehen, das Engagement der Jugendlichen für den Karneval.

 

Mit bekannten Melodien, unter anderem aus dem Musical „Hairspray“, und einem Tanz der Sunnys haben alle Akteure eine tollen Abend gestaltet. Deren Einsatz sollte diesem einen „karnevalistischen Charakter“ geben.

 

Auch wenn die Session erst am Samstag offiziell beginnt: In Voerde laufen sich die Jecken für die fünfte Jahreszeit längst warm.

 

Dunja Wessels-Croonen sang beim Konzert für den Karnevalszug. - NRZ-Foto: Lars Fröhlich